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Amtsgebeit mit Gemeinden

 

Amt Schafflund
Tannenweg 1
24980 Schafflund
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Datenschutzvertrag

 

Datenschutzrechtliche Verpflichtung ostseecard* vom 03.12.2004

 

1. Grundsätzliches

1.1 Die folgende Verpflichtung regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten im Verfahren ostseecard* ergänzend zu den Vorschriften der Kurabgabesatzung der Gemeinde / Stadt. Erfasst ist insbesondere die automatisierte Verarbeitung der personenbezogenen Daten der Kurgäste und ostseecard*-Inhaber.

1.2 Datenverarbeitende Stellen sind die Gemeinden. Die Ostsee-Tourismus-Service GmbH (OTS) nimmt für diese die Datenverarbeitung im Auftrag gemäß § 17 LDSG wahr. Sie bedient sich hierfür der Gesellschaft für Bargeldlose Zahlungs- und Abrechnungssysteme GmbH (im Folgenden nur: BZA) sowie des Kartenproduzenten PAV-CARD GmbH als Auftragnehmer. Die OTS, die Fa. BZA sowie die Fa. PAV sind weder verpflichtet noch berechtigt, über die in dieser Verpflichtung festgelegten Datenarten und den hier festgelegten Umfang hinaus personenbezogene Daten aus dem Verfahren ostseecard* an die Daten verarbeitenden Stellen weiterzugeben oder zu offenbaren. An dritte Stellen verbietet sich jede Datenübermittlung.

1.3 Im Verfahren ostseecard* kommt eine Chipkarte zum Einsatz. § 18 LDSG findet Anwendung.  Eine Speicherung personenbezogener Daten findet im Hintergrundsystem, nicht jedoch auf der Chipkarte, statt. Bei Verlust der Chipkarte kann eine Ersatzkarte ausgestellt werden. Der Gast hat hierfür die erworbenen Leistungen durch Vorlage entsprechender Belege nachzuweisen. Es werden Lesegeräte im Sinne von § 18 LDSG bereitgestellt, damit die Betroffenen sich Kenntnis über die auf der Chipkarte gespeicherten Daten verschaffen können.

2. Datenerhebung

2.1 Die Erhebung der Daten für das Verfahren ostseecard* erfolgt

a) über das Ausfüllen des Meldescheins für Beherbergungsstätten und das anschließende automatisierte Einlesen (Scannen) eines Durchschlages dieses Meldescheins, der der Erhebung der Kurabgabe dient beziehungsweise über die manuelle Eingabe der darin enthaltenen Daten.

b) über den Einsatz der Chipkarten an den zum Verfahren gehörenden Lesegeräten.

Über die in 2.1 a) genannten Daten hinaus werden keine Daten über Gäste erhoben. In sonstiger Weise werden nur die für die Kurabgabeerhebung erforderlichen Daten ohne konkreten Personenbezug erhoben. Hierzu gehören z.B. Daten über die Beherbergungsstätten.

2.2 Die Kurgäste haben sich entsprechend den melderechtlichen Vorschriften im Urlaubsort anzumelden (§§ 20, 21 Landesmeldegesetz - LMG). Die Vermieter wirken darauf hin, dass die Meldescheine ausgefüllt werden und halten diese bereit. Ein Muster des Meldescheins findet sich als Anlage 1 im Anhang zu dieser Verpflichtung. Zweitwohnungsbesitzer, Liegeplatzinhaber und Dauercamper, die eine Jahreskarte erhalten, sind von diesem Verfahren befreit.

2.2.1 Die folgenden Daten werden über das Ausfüllen des Meldescheins für Beherbergungsstätten erhoben:

·         Vermieternummer,

·         Name und Anschrift der Beherbergungsstätte,

·         Tag der Ankunft und der voraussichtlichen Abreise,

·         Familienname und Rufname,

·         Tag der Geburt,

·         Staatsangehörigkeit,

·         Anschrift,

·         Vorname und gegebenenfalls abweichender Familienname sowie Geburtsdatum des mitreisenden Ehegatten oder Lebenspartners,

·         Anzahl der in Begleitung mindestens eines Elternteils reisenden minderjährigen Kinder,

·         Auf dem ersten Meldescheindurchschlag sind einzutragen: Angaben zur Berechnung der Kurabgabe: Dauer des geplanten Aufenthalts in Tagen, jeweiliger Kurabgabesatz der Gemeinde, evtl. Ermäßigungstatbestände (wie z.B. Schwerbehinderung), Gesamtsumme der zu entrichtenden Kurabgabe.

Bei Reisegesellschaften von mehr als zehn Personen werden nur die Daten des Reiseleiters erhoben, für die Mitreisenden ist nur die Anzahl und das Herkunftsland anzugeben.

2.2.2 Die Meldescheine sind durchschreibend gestaltet. Beim Ausfüllen wird ein Original mit drei Durchschlägen erzeugt. Ein Durchschlag, der alle Daten enthält, wird dem Gast als Beleg ausgehändigt.

Das Original enthält alle oben genannten Daten mit Ausnahme der Angaben zur Berechnung der Kurabgabe. Es verbleibt für melderechtliche Zwecke beim Vermieter.

Der zweite Durchschlag enthält keine Angabe zur Staatsangehörigkeit. Er wird an die Gemeinde für die Zwecke der Kurabgabenberechnung weitergegeben. Der Vermieter trägt auf den Durchschlägen die Angaben zur Berechnung der Kurabgabe ein.

Der erste Durchschlag wird für die Zuordnung der bei der Anmeldung ausgegebenen Chipkarten verwendet. Zu diesem Zweck wird bei Initiierung des ersten oder eines weiteren Umlaufzyklus einer Chipkarte (Kartenzyklus) von der PAV-Card GmbH als Hersteller der für das Verfahren ostseecard* verwendeten Chipkarten auf jeder Chipkarte (Typ 1.0 [Erwachsenenkarte] und 2.0 [Kinderkarte]), außer bei den persönlichen Karten (Kartentyp 3.0 [Jahreskarte]), ein Aufkleber mit einem Strichcode aufgeklebt. Der Strichcode repräsentiert die im Chip der Karte eingespeicherte, systemweit eindeutige Kartennummer in maschinenlesbarer Form. Er enthält zusätzlich die Kommunennummer, die Systemteilnehmernummer sowie eine Zählernummer. Der Aufkleber mit dem Strichcode wird vom Vermieter von der Karte abgezogen und auf den ersten Durchschlag des Meldescheins geklebt, der zur automatisierten Datenerfassung dient. Werden auf einem Meldeschein nach den melderechtlichen Vorschriften weitere Personen aufgeführt, so wird auch für diese der zu ihrer Karte gehörige Strichcode-Aufkleber auf dem Meldeschein-Durchschlag aufgebracht, wenn an sie eine Karte ausgegeben wird.

Die Gemeinde bewahrt den zweiten Meldescheindurchschlag als Kassenbeleg gemäß den Vorschriften der Gemeindekassenverordnung auf. Der erste Meldescheindurchschlag wird nach der Datenerfassung vernichtet.

2.2.3 Datenspeicherung im Hintergrundsystem

Der zur Zuordnung der Chipkarte bestimmte Meldeschein-Durchschlag wird entweder von der Gemeinde selbst erfasst oder von den beteiligten Gemeinden an BZA geschickt. Dort werden die Durchschläge manuell eingegeben oder automatisiert gescannt und die textlichen Eintragungen vom System inhaltlich erkannt (OCR-Verfahren). Dabei werden insbesondere die folgenden Daten nach Zwecken getrennt in das Hintergrundsystem gespeichert:

·         Tag der Ankunft und der voraussichtlichen Abreise,

·         der errechnete Kurbeitrag aus dem Meldeschein einschließlich Information, ob Schwerbeschädigung vorliegt, aber nicht die Ausweis-Nr. des Schwerbeschädigtenausweises,

·         für jede Person, für die eine Chipkarte ausgegeben wurde, die in Form des Strichcode-Aufklebers zugeordnete Kartennummer,

·         anonymisierter Meldeschein-Identifikator (zu jeder Meldescheinnummer wird in der Reihenfolge des Eingangs ein solcher Identifikator erzeugt und gespeichert. Da die Meldescheine bei BZA nicht in der Reihenfolge ihrer Nummerierung sondern zufällig eingehen, ist ein Rückschluss vom Identifikator auf die Meldescheinnummer ausgeschlossen. Der Identifikator ermöglicht es, ohne konkreten Bezug zum Meldeschein zu erkennen, welche pseudonymisierten Profildaten zu einem Meldeschein gehören.)

2.2.4 Marketingdaten

Nur in den Fällen, in denen die den Meldeschein ausfüllende Person durch Ankreuzen des entsprechenden Kästchens die Einwilligung in die Nutzung der mit dem Meldeschein erhobenen Daten zu Zwecken des Tourismusmarketings (Zusendung von Gastgeberverzeichnissen, Informationen über den Urlaubsort/ -region) erklärt hat, werden zusätzlich die folgenden Daten in das Hintergrundsystem gespeichert:

·         Familienname und Rufname,

·         Anschrift,

·         Aufenthaltsdauer (ermittelt aus den An- und Abreisedaten),

·         Saison (ermittelt aus den An- und Abreisedaten),

·         Anzahl der mitreisenden Erwachsenen,

·         Anzahl der mitreisenden Kinder,

·         Gemeindenummer.

Beim Scan-Vorgang wird automatisiert festgestellt, ob das Kästchen zur Einwilligungserklärung angekreuzt ist.

Weitere Daten insbesondere über die mitreisenden Angehörigen und Lebenspartner werden nicht gespeichert, wenn diese nicht einen eigenen Meldeschein ausfüllen.

Die Einwilligung kann verweigert und für die Zukunft widerrufen werden (§ 12 Abs. 2 LDSG).

2.3 Transaktionsdaten

2.3.1 Transaktionsdaten werden bei jedem Einsatz der Chipkarte an einem zum Verfahren gehörenden elektronischen Lesegerät erhoben. Dies gilt für jeden Lesevorgang durch ein elektronisches Lesegerät unabhängig davon, ob damit die Aufbuchung einer Einzelleistung oder eines Pakets, die Inanspruchnahme von Leistungen mit verbrauchendem Charakter oder die Nutzung von Einrichtungen ohne verbrauchenden Charakter (Kontrolleinsatz) verbunden ist. Keine Erhebung von Transaktionsdaten erfolgt bei der Nutzung von Lesegeräten durch Karteninhaber ausschließlich zu dem Zweck der Wahrnehmung ihres Informationsrechts.

2.3.2 Die Lesegeräte erheben insbesondere die folgenden Daten

·         Art des Einsatzes,

·         Datum und Uhrzeit,

·         Kennung des Leistungserbringers,

·         Chipkartennummer.

Diese Daten werden von den Lesegeräten zunächst zwischengespeichert und dann in zyklischen Abständen, in der Regel mindestens einmal pro Tag, an das Hintergrundsystem übertragen. Durch technische Vorkehrungen wird sichergestellt, dass die Datenübertragung nur zwischen dem jeweiligen Terminal und dem Hintergrundsystem bei BZA erfolgt. Die Daten werden verschlüsselt übertragen. Nach erfolgreicher Übertragung werden die Daten am Lesegerät gelöscht.

 

 

Im einzelnen übermitteln die Offline-Terminals die folgenden Transaktionsdaten an das Hintergrundsystem:

 

Im Zuge des Kommunikationsaufbaus (Login) überträgt das Terminal eingangs seine Terminalnummer (TID).

 

 

Jede einzelne Transaktion enthält einen Hauptdatensatz mit folgenden Elementen

 

·         Datum/Uhrzeit

·         Buchungs-Nr.

·         Kennung des Systemteilnehmers, der das Terminal nutzt (VU-Nr.)

·         Bediener-Nr.

·         Vorgangskennung [4 Vorgangsarten sind definiert: Aktualisierung, Kauf, Gutschrift, Akzeptanz]

 


 

Jede Transaktion enthält zudem – je nach Vorgangsart - einen oder mehrere Zusatzdatensätze.

 

 

Eine Aktualisierungstransaktion enthält genau einen Zusatzdatensatz vom Typ

 

Aktualisierungsdaten mit folgenden Elementen

·         Karten-Nr

·         Umlaufzähler

·         Gemeinde-Nr.

·         Nr. der Ausgabestelle der Karte

·         Leistungs-Nr.

 

Eine Kauftransaktion enthält einen oder mehrere Zusatzdatensätze vom Typ

 

Leistungsverkauf mit folgenden Elementen

·         Positions-Nr (implizit)

·         Karten-Nr

·         Umlaufzähler

·         Gemeinde-Nr.

·         Nr. der Ausgabestelle der Karte

·         Leistungs-Nr.

·         Preis

·         Gültigkeit [von,bis]  (nur bei TBTs)

·         Kennnung: Leistung konnte bzw. konnte nicht auf Karte geschrieben werden

 

sowie entweder genau einen Zusatzdatensatz vom Typ

 

Barzahlung mit folgenden Elementen

·         Betrag (Gesamtpreis der auf die Karte geschriebenen Leistungen)

 

oder genau einen Zusatzdatensatz vom Typ

 

Kartenzahlung mit folgenden Elementen

·         Betrag (Gesamtpreis der auf die Karte geschriebenen Leistungen)

 

Eine Gutschriftstransaktion ist wie eine Kauftransaktion aufgebaut, enthält jedoch stets genau einen Zusatzdatensatz vom Typ Leistungsverkauf.

 

Eine Akzeptanztransaktion enthält genau einen Zusatzdatensatz vom Typ

 

Leistungsverbrauch mit folgenden Elementen

·         Karten-Nr

·         Umlaufzähler

·         Gemeinde-Nr.

·         Nr. der Ausgabestelle der Karte

·         Leistungs-Nr.


 

3. Speicherung im Hintergrundsystem, Zweck der Verarbeitung und Zugriffsbeschränkungen

Im Hintergrundsystem werden die Daten in unterschiedlichen Datenbank-Segmenten gespeichert. Die Segmente dienen jeweils einem bestimmten Zweck; eine Verknüpfung der Daten aus den einzelnen Segmenten ist nur in den in dieser Verpflichtung definierten Fällen zulässig.

3.1 Kurabgabedaten

Zum Zweck der Kurabgabeerhebung werden die folgenden Daten in das entsprechende Datenbank-Segment gespeichert:

·         Meldescheinnummer,

·         Gemeindenummer,

·         Beherbergungsstätte,

·         Vermieternummer,

·         Tag der Anreise,

·         Tag der Abreise,

·         Anzahl der Personen (differenziert nach Erwachsenen, Kindern),

·         Summe der berechneten Kurabgabe,

·         Herkunftsland (bei Wohnsitz in Deutschland: Bundesland),

·         Erwachsene Personen: anonymisiert mit zugehörigen Ermäßigungstatbeständen,

·         Einträge aus dem Meldescheinsegment “Berechnung der Kurabgabe”.

3.2 Marketingdaten

Hat die Person, die auf dem Meldeschein als Unterzeichner erscheint, die entsprechende Einwilligung erteilt, werden die folgenden Daten für Zwecke des Tourismusmarketings durch die jeweilige die Chipkarte ausgebende Gemeinde gespeichert und genutzt. Die Einwilligung wird durch Ankreuzen des entsprechenden Feldes im Meldeschein erklärt. Für die Durchführung der Datenverarbeitung zum Zwecke des Tourismusmarketings darf sich die Gemeinde der Ostsee-Tourismus-Service GmbH (OTS) bedienen. Eine Übermittlung dieser Daten an andere Stellen erfolgt nicht. Folgende Daten werden gespeichert:

·         Name und Anschrift des Gastes, der den Meldeschein unterzeichnet,

·         Gemeindenummer,

·         Aufenthaltsdauer (berechnet aus dem An- und Abreisedatum),

·         Saisonkennung (ermittelt aus den An- und Abreisedaten),

·         Anzahl der mitreisenden Erwachsenen,

·         Anzahl der mitreisenden Kinder.

3.3 Aktuelle Kartennutzungsdaten

Dieses Segment untergliedert sich in zwei getrennte Bereiche:

3.3.1 Zuordnung Chipkartennummer – Kartenzyklus-ID

In diesem Bereich wird unter besonderen technischen Sicherheitsvorkehrungen (Rechtevergabe und umfassende Protokollierung) die Zuordnungsfunktion gespeichert, die dazu dient, die systemweit eindeutige Chipkartennummer mit den aktuellen Nutzungsdaten zu verknüpfen. Als Zuordnungsfunktion wird für jede Chipkartennummer eine systemweit eindeutige Kartenzyklus-ID generiert, die nur für einen Nutzungszyklus gültig ist. Auf diese Zuordnungsfunktion wird nur unter den in dieser Verpflichtung definierten Voraussetzungen zugegriffen.

3.3.2 Zuordnung aktuelle Kartennutzungsdaten – Kartenzyklus-ID

In diesem Bereich werden zum Zweck der späteren anonymen Auswertung sowie für die eventuell erforderliche Ausstellung einer Ersatzkarte die eigentlichen Kartennutzungsdaten gespeichert. Diese sind ohne Nutzung der unter 3.3.1 beschriebenen Zuordnungsfunktion nicht einer bestimmten Chipkartennummer und damit nicht einer bestimmten Person zuordenbar. Im Einzelnen werden in diesem Bereich folgende Daten gespeichert:

·         Kartenzyklus-ID,

·         Zugehörigkeit zu einer Familie oder Reisegruppe durch Zuordnung zu einem anonymisierten Meldeschein (siehe oben unter 2.2.3),

·         Geschlecht,

·         Zugehörigkeit zu einer Altersstufe im Fünf-Jahres-Raster (z.B. 0-17, 18-22, 23-27 etc.),

·         Postleitzahl der Heimatanschrift,

·         Herkunftsland (bei Wohnsitz in Deutschland: Bundesland),

·         Summe der berechneten Kurabgabe,

·         An- und Abreisedaten,

·         alle Daten, die aus Transaktionen mit der Chipkarte generiert werden (vgl. unter 2.3.1).

Abweichend davon gilt für Jahreskarten: Es werden lediglich solche Daten gespeichert, die für die Ausstellung von Ersatzkarten erforderlich sind. Insbesondere werden keine Daten über Kontrolleinsätze (vgl. unter 2.3.1) gespeichert.

Es werden keinerlei Angaben zur Beherbergungsstätte eines Gastes im Datenbank-Segment aktuelle Kartennutzungsdaten gespeichert.

3.3.3 Erlaubter Zugriff auf die aktuellen Kartennutzungsdaten

Der Zugriff auf den unter 3.3.2 beschriebenen Bereich durch Nutzung der Zuordnungsfunktion nach 3.3.1 ist nur in den folgenden Fällen zulässig. Soweit nicht anders geregelt erfolgt er nur durch BZA aus den im Folgenden genannten verfahrensbedingten Gründen. Ein Zugriff der Gemeinde über den hier geregelten Umfang hinaus ist nicht zulässig. Ein Zugriff Dritter ist vorbehaltlich gesetzlicher Regelungen ausgeschlossen.

3.3.3.1 Der lesende Zugriff auf den Bereich 3.3.1 ist zulässig

·         zur Eintragung von Gastgrunddaten in den unter 3.3.2 beschriebenen Bereich nach der Erfassung der Meldescheine,

·         zur Aktualisierung von Daten im Speicherchip der Chipkarte (vgl. unter 4.),

·         zur Fortschreibung der aktuellen Transaktionsdaten, d.h. zur Eintragungen aller Transaktionen im Sinne von 2.3.1,

·         zur Vorbereitung der Kartenreinitialisierung: Es wird geprüft, ob der Datensatz mit der Chipkartennummer der zu reinitialisierenden Karte bereits in dem unter 3.3.1 beschriebenen Bereich gelöscht wurde. Ist dies der Fall, kann eine neue Kartenzyklus-ID für die fragliche Chipkartennummer erzeugt bzw. vergeben werden.

3.3.3.2 Ergänzender Zugriff auf den Bereich 3.3.1

In ergänzender Weise wird auf den unter 3.3.1 beschriebenen Bereich zugegriffen, wenn für eine Chipkartennummer eine neue Kartenzyklus-ID erzeugt, vergeben und gespeichert wird.

3.3.3.3. Löschender Zugriff auf den Bereich 3.3.1

In löschender Weise wird auf den unter 3.3.1 beschriebenen Bereich zugegriffen, wenn 14 Tage nach Abreise des Kartennutzers die Zuordnung von Chipkartennummer und Kartenzyklus-ID gelöscht wird. Nur der Zugriff zu diesem Zweck erfolgt über die Kartenzyklus-ID.

3.3.3.4 Ändernder Zugriff auf den Bereich 3.3.1

·         Zur Historisierung von Jahreskartennutzungszyklen werden einmal im Jahr, vorzugsweise zum Ende der Saison, alle Kartennutzungsdaten, die dann nicht mehr für die Ausstellung einer Ersatzkarte relevant sind, historisiert. Dazu wird zunächst eine neue Kartenzyklus-ID für die vorhandene Chipkartennummer erzeugt und gespeichert. Im Bereich 3.3.2 werden dabei lediglich die noch nicht verbrauchten Guthabenselemente zur neuen Kartenzyklus-ID gespeichert. Sodann wird, wie oben unter 3.3.3.3 beschrieben, die Zuordnung von Chipkartennummer zur alten Kartenzyklus-ID gelöscht.

·            Ist die Ausstellung einer Ersatzkarte erforderlich, so greift die Gemeinde auf den Bereich 3.3.1 zu und ersetzt die zu einer Kartenzyklus-ID gespeicherte Chipkartennummer der alten Chipkarte durch die der neuen Chipkarte. Die Gemeinden verfügen über keine weitergehenden Möglichkeiten, auf die unter 3.3.1 und 3.3.2 beschriebenen Bereiche zuzugreifen.

·             

3.3.3.5 Alle vorstehend beschriebenen Zugriffe werden revisionsfest protokolliert. Die Protokolle werden auf CD gebrannt und bei der BZA bis zum Ablauf des auf den Besuch des Gastes folgenden Kalenderjahres aufbewahrt. 

3.4 Kartenlogistik

Dieses Datenbank-Segment enthält Daten zum Status der Chipkarten. Folgende Produktionsdaten werden von PAV-Card an die BZA zum Einpflegen in das Datenbank-Segment Kartenlogistik im Hintergrundsystem übermittelt:

Gastkarten:

·         Batch Identifikator (Nummer für den Programmlauf),

·         Produktionsdatum der Karte und der Datei,

·         Kartentyp, laufende Kartennummer und Umlaufzählerwert

·         Gemeindenummer,

·         Gemeindeteilnummer,

·         Ausgabestellennummer des Vermieters (befindet sich gegenwärtig noch in der Realisierung).

 

Jahreskarten:

·         Batch Identifikator (Nummer für den Programmlauf),

·         Kartennummer mit Luhnprüfziffer,

·         Gemeindenummer,

·         Gemeindeteilnummer,

·         Buchungssequenznummer,

·         Gültigkeitsbeginn,

·         Produktionsdatum.

 

Zusätzlich zu den von PAV-Card an BZA übermittelten Daten werden durch BZA folgende Daten gespeichert:

·         Datum der Inbetriebnahme (bei Ausgabe mit Technik: Datum des Tourismusbeitragsticket-Verkaufs; bei Ausgabe ohne Technik: Datum der Anreise laut Meldeschein),

·         Abreisedatum laut Meldeschein

·         Datum der Erstnutzung,

·         Verkaufsstelle (bei Ausgabe mit Technik: Systemteilnehmernummer der Tourismusbeitragsticket-Verkaufstransaktion; bei Ausgabe ohne Technik: Vermieternummer laut Meldeschein),

·         Sperrstatus,

·         Mißbrauchsprotokolldaten.

3.5 Historisierte Kartennutzungsdaten

In diesem Segment werden alle Kartennutzungsinformationen zu einem Kartennutzungszyklus gespeichert, die nach der Anonymisierung im Sinne von 3.3.3.3 im Bereich 3.3.2 enthalten sind.

3.6 Datenbank-Segment Leistungsabrechnung

In diesem Segment werden alle Daten gespeichert, die für die Abrechnung der Teilnehmer am Verfahren ostseecard* relevant sind. Dazu gehören die Anzahl der aufgebuchten Pakete und Einzelleistungen und die Daten über Leistungsbezug und Leistungsverbrauch. Die Daten werden in diesem Segment ohne Bezug zur Person des Karteninhabers gespeichert, also insbesondere ohne Chipkartennummer, Kartenzyklus-ID, Meldescheinnummer. Dieses Segment dient ausschließlich als Grundlage der Abrechnung zwischen den Leistungserbringern im Rahmen des ostseecard*-Verbundes.

3.7 Statistische Auswertungen

Statistische Auswertungen werden nur jeweils innerhalb der vorstehenden Bereiche durchgeführt. Eine Verknüpfung über die logisch getrennten Datenbereiche ist nicht zulässig. Es werden keine Auswertungen mit Personenbezug erstellt. In den Bereichen 3.3 und 3.5 finden keine statistischen Auswertungen statt. Statistische Auswertungen werden entweder von der jeweiligen Gemeinde direkt oder durch die OTS GmbH im Auftrag der jeweiligen Gemeinde durchgeführt.

 

4. Datenverarbeitung auf der Chipkarte

4.1 Speicherung

Auf der Chipkarte werden folgende Daten gespeichert:

4.1.1 Im Administrationsbereich der Chipkarte werden gespeichert:

·         der Kartentyp, dabei bedeutet:

o       Kartentyp 1.0 = Erwachsenenkarte,

o       Kartentyp 2.0 = Kinderkarte,

o       Kartentyp 3.0 = Jahreskarte,

o       Kartentypen 21, 22, 23 = Testkarten für Erwachsene-, Kinder-, und Jahreskarteninhaber,

·         die für jeden ausgegebenen Kartentyp eindeutige Kartennummer,

·         die Ausgabe-ID der Kommune und des Vermietbetriebes,

·         jeweils aktualisierte und aggregierte Nutzungsprotokolldaten.

Diese Daten werden im Verfahren nicht verändert.

4.1.2 Im Applikationsbereich der Chipkarte werden gespeichert:

·         Summe der berechneten Kurabgabe,

·         Basispakete (= lokale und überregionale Leistungen des Tourismusbeitragstickets), zusätzlich erworbene Pauschalpakete, Bonuspunktetickets und Einzelleistungstickets,

·         Transaktionsdaten bei verbrauchenden Kontrolleinsätzen.

4.2 Die Daten des Applikationsbereichs werden auf der Chipkarte nur verschlüsselt gespeichert. Zur Verschlüsselung wird ein modernes, effizientes BZA-proprietäres Verfahren eingesetzt, das hinreichende kryptografische Sicherheit bietet.

4.3 Soweit Chipkarten zunächst ohne Aufenthaltszeitraum an die Kurgäste ausgegeben werden, wird ein pauschaler Nutzungszeitraum von 28 Tagen auf der Karte eingetragen, der mit der ersten Nutzung an einem Lesegerät abgezählt wird. Nach Speicherung  von An- und Abreisedatum sowie des berechneten Kurbeitrages im Hintergrundsystem werden diese beim nächsten Einsatz der Chipkarte an einem Online-Gerät aus dem Hintergrundsystem ausgelesen (vgl. unter 3.3.3.1) und auf die Karte übertragen.

4.4. Kartenreinitialisierung

Die Reinitialisierung der Chipkarten erfolgt durch PAV-Card auf folgende Weise:

Der Gast kann auf Wunsch die ostseecard* behalten, andernfalls sind die “abgelaufenen Karten” in der Kurverwaltung abzugeben. Auswertungen der Daten der zurückgegeben Karten sind generell untersagt.

Die Kurverwaltungen geben die Karten gesammelt an PAV-Card, um die Karten dem Reinitialisierungsprozess zuzuführen. PAV-Card nimmt die Reinitialisierung der Chipkarten vor. Das äußere Layout der Karten einschließlich der aufgelaserten Kartennummer bleibt dabei unverändert bestehen. Sämtliche Nutzungsprotokolldaten und vorhandenen Tickets werden auf dem Chip gelöscht, damit eine Reinitialisierung folgender Chipkartenbereiche möglich ist:

·         Provisorisches Tourismusbeitragsticket,

·         Basispaketleistungen,

·         Gemeindenummer,

·         Gemeindeteilnummer.

Die Karten werden auf diese Weise wieder in den Auslieferungszustand zurückgesetzt. Lediglich der Umlaufzähler einer Kartennummer wird abhängig von den Nutzungen einer Karte auf dem Chip nach oben gesetzt. Die Karte wird erneut mit einem Barcodeaufkleber versehen, auf dem ebenfalls in der Barcodenummer der Umlaufzähler erhöht wird.

4.5. Jahreskarten

Auf den Jahreskarten werden die unter 4.1.1 und 4.1.2 genannten Daten gespeichert. Zusätzlich wird das Lichtbild sowie der Vor- und Zuname des Gastes auf die Chipkarte, nicht jedoch auf den Chip, aufgebracht. Die von den Jahreskarteninhabern zur Erstellung der Karte vorgelegten Lichtbilder werden von PAV Card nach Produktion der Karte gelöscht.


 

5. Kartenausgabe mit Technik

5.1. Offline-Technologie

5.1.1        Mobiles Kartenterminal:
Bei dem mobilen Kartenterminal handelt es sich um ein reines Akzeptanzgerät. Es dient der Prüfung der Gültigkeit der Karte. Ein Auslesen des Kartenstatus ist nicht möglich. Eine Übertragung ins Hintergrundsystem erfolgt nach zeitversetzter Entsorgung (täglich, abends).

5.2. Online-Technologie

5.2.1        Stationäres Kartenterminal:

Am stationären Kartenterminal, das bei Vermietbetrieben sowie Leistungsanbietern zum Einsatz kommt, erfolgt die Speicherung der Gültigkeit des Tourismusbeitragstickets auf der Chipkarte durch Eingabe des Anreise- und Abreisedatums. Außerdem erfolgt eine Speicherung über den Verkauf sonstiger Leistungen entweder offline oder per DfÜ-Direkteinwahl direkt im Hintergrundsystem.

5.2.2        SB-Terminal:
An den SB-Terminals, die in 16 Urlaubsorten, in denen die ostseecard* im Einsatz ist, aufgestellt sind, erfolgt eine Speicherung der tatsächlichen Gültigkeit (An- und Abreisedatum) auf der Chipkarte. Gleichzeitig erfolgt eine Eintragung im Hintergrundsystem über eine zwingende Direktverbindung ins Hintergrundsystem. Ein Auslesen des Kartenstatus ist durch den Bediener möglich.

5.2.3        PC-Serviceterminals in den Kurverwaltungen:

Eine Speicherung der Gültigkeit des Tourismusbeitragstickets erfolgt auf der Chipkarte durch Eingabe des Anreise- und Abreisedatums und des Verkaufs sonstiger Leistungen. Eine gleichzeitige Eintragung im Hintergrundsystem erfolgt über eine zwingende Direktverbindung ins Hintergrundsystem. Zusätzlich erfolgt die Eingabe der Meldescheindaten durch die Kurverwaltung über die Applikation ”Kurbeitragserfassung”. Ein Auslesen des Kartenstatus ist durch dazu autorisierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kurverwaltung unter Mitwirkung und im Beisein des Gastes möglich.

5.2.4        Internet-Terminals bei den Vermietbetrieben

Eine Speicherung der Gültigkeit des Tourismusbeitragstickets auf der Chipkarte erfolgt durch Eingabe des Anreise- und Abreisedatums und den Verkauf sonstiger Leistungen. Eine gleichzeitige Eintragung im Hintergrundsystem erfolgt über eine zwingende Direktverbindung ins Hintergrundsystem. Gegebenenfalls kann zusätzlich eine Eingabe der Meldescheindaten auf Wunsch durch den Vermieter über die Applikation “Kurbeitragserfassung” erfolgen.


 

6. Kartenstatus

Der Kartenstatus ist für den Gast am SB-Terminal und auf Wunsch in der Kurverwaltung einsehbar. Alle anderen Geräte ermöglichen keinen Zugriff auf den Kartenstatus. Ein entsprechender Menüpunkt ist dort nicht ausgewiesen. Zugriffsrechte für die Einsichtnahme in den Kartenstatus haben allein die hierfür autorisierten Personen in der Kurverwaltung im Beisein des Gastes.

Über den Kartenstatus können folgende Informationen ausgelesen werden:

·         Datum/Uhrzeit,

·         Kartenterminal (Name und Geräte-ID),

·         Kartentyp,

·         Chipkartennummer,

·         An- und Abreisedatum,

·         Summe des berechneten Kurbeitrages unter Nennung des jeweiligen Urlaubsortes.

·         Erlebnispakete:

-          Art des Erlebnispakets,

-          Betrag des Erlebnispakets,

-          Beim Erlebnispaket des Typs “3 Tage aus 7” wird zusätzlich die Anzahl der verbleibenden Nutzungstage angezeigt,

      -            Inanspruchnahme des Erlebnispaketes (genutzt oder noch nicht genutzt: Datum der ersten Nutzung bis Ablauf der Gültigkeit).