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Ein Jahr INTERREG 4 A

Interview mit Jens Andresen, dänischer Vorsitzender des INTERREG-Ausschusses

JGH: Herr Andresen, das Förderprogramm INTERREG 4 A gibt es jetzt seit ca. einem Jahr. Wie sehen Sie die Perspektiven des INTERREG 4 A-Programms?

Jens Andresen: Ich denke, dass das Programm einige der Schwächen korrigieren helfen kann, die die Programmregion mit sich bringt, weil Teile der Region periphere Gebiete sind. Durch eine Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit kann die Region entwickelt werden, und das ist das Ziel des Programms.

JGH: Welche neuen Chancen und Vorteile versprechen Sie sich aus der größeren Gebietskulisse, der verbesserten Förderrate, des Leadpartnersystems usw. unter INTERREG 4 A verglichen mit INTERREG 3 A?

Jens Andresen: Am Anfang der Programmperiode haben sich einige Leute Sorgen über die größere Gebietskulisse gemacht. Ich dagegen sehe es ein bisschen anders. Dadurch, dass wir eine größere Gebietskulisse bekommen haben, haben wir auch die Möglichkeit, einen breiteren Kreis von Projektpartnern an den Projekten zu beteiligen. Unter INTERREG 3 A war es schwieriger, Projektpartner zu finden. Wenn man in dem einen Land spezifische Aktivitäten durchführen wollte, konnte es schwierig sein, ähnliche grenznahe Aktivitäten und Partner in dem anderen Land zu finden. Dass wir jetzt ein größeres Gebiet zur Verfügung haben, ist in diesem Zusammenhang ein großer Vorteil.
Hinzu kommt, dass eine größere Fördersumme von der EU ja doch mehr Möglichkeiten eröffnet. Und ein größeres Fördervolumen ist natürlich immer willkommen, sagt Jens Andresen mit einem Lächeln.
Das Leadpartnersystem ist ganz ausgezeichnet. Hierdurch haben wir jemanden, der die Verantwortung trägt, nämlich den Leadpartner. Man ist nicht mehr im Zweifel darüber, bei welchem Partner letzten Endes die Verantwortung liegt.

JGH: Welche Wirkungen wollen Sie als Vorsitzender des INTERREG-Ausschusses mit dem Programm erreichen?

Jens Andresen: Am liebsten würde ich es sehen, wenn eine größtmögliche Anzahl von Projekten in Gang gesetzt würde, die dann auch nach der Förderperiode Bestand haben. Es ist wichtig, den Projekten einen hohen Stellenwert zuzusprechen, die wirklich auch eine Chance haben, nach dem Auslaufen des Zuschusses weiter zu existieren.

JGH: Wie, finden Sie, ist das INTERREG-Programm in der Programmregion angenommen worden? Wie sehen Sie das Verhältnis von gestellten Anträgen und bewilligten Projekten?

Jens Andresen: Das Programm ist gut angenommen worden. Besonders die Auftaktveranstaltung hat ein großes Interesse für das Programm gezeigt. Gleichzeitig hatten einige Organisationen vielleicht Erwartungen, die höher waren, als das, was wir erfüllen können. Einige hatten die Auffassung, dass das Geld breiter gestreut werden könne, als wir das letzten Endes tun werden. Aber das ist wohl ganz natürlich.
Ich hatte eigentlich erwartet, dass die Anzahl von Projektanträgen ein wenig größer und die Projektbudgets höher sein würden. Umgekehrt sollten wir uns daran erinnern, dass die 41 Millionen Euro bis zum Programmschluss in 2013 ausreichen müssen. Da wir schon 12 Millionen Euro verteilt und nur 17 Projekte bewilligt haben, sollten wir uns eigentlich nicht beklagen.

JGH: Wie gedenken Sie die Herausforderung anzugehen, die in den unterschiedlichen regionalen Voraussetzungen und Zielen der deutschen und dänischen Partnerregionen stecken?

Jens Andresen: Es kommt jetzt nach und nach zum Ausdruck, dass man auf der deutschen Seite Wert darauf legt, dass die Fördermittel grenznah bewilligt werden. Mein Eindruck ist, dass von deutscher Seite ein Fokus auf den nördlichen Teil des Programmgebietes gelegt wird. Wir haben zwar einige Akteure aus der K.E.R.N.-Region, aber diese sind noch nicht in einem zufriedenstellenden Maße repräsentiert. Auf der dänischen Seite sind bisher nur wenige Projektpartner aus Fünen mit dabei. Von dort könnte man sich auch mehr Projekte wünschen.
Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es so aus, als ob wir mit der Verteilung der Mittel zwischen den östlichen und den westlichen Gebieten Probleme bekommen werden. Das hängt wohl damit zusammen, dass die meisten Aktivitäten dort stattfinden, wo die meisten Einwohner leben.
Letzten Endes sollte die Qualität der Projekte entscheidend sein. Und dies sollte für das ganze Programmgebiet gelten.

JGH: In welcher Relation sehen Sie das INTERREG-Programm zu den anderen EU-Förderprogrammen in Deutschland, Dänemark und Europa?

Jens Andresen: Es ist schwierig, das INTERREG-Programm mit anderen EU-Förderprogrammen zu vergleichen, weil diese sehr verschiedene Gebiete und Themen umfassen. Ich finde jedoch, dass INTERREG ein ganz besonderes Programm ist, weil es die Kommunikation zwischen Akteuren in zwei Ländern zu fördern versucht.

JGH: Was macht in Ihren Augen ein gutes INTERREG-Projekt aus?

Jens Andresen: Ein gutes INTERREG-Projekt ist ein Projekt, das eine Entwicklung auf beiden Seiten der Grenze in Gang setzt und dadurch einen Mehrwert bewirkt.

JGH: Was würden Sie sich von neu gestellten Projektanträgen zukünftig wünschen? Was möchten Sie den Antragsstellern mit auf den Weg geben?

Jens Andresen: Eines der Dinge, worüber ich mich in letzter Zeit gefreut habe, sind die breiten Informationsprojekte, die uns vorgelegt wurden. Solche Informationsprojekte sind sehr wichtig, weil sie den einzelnen Bürger/innen zu Nutzen kommen. Forschungs- und Ausbildungsprojekte sind okay, aber sie beziehen sich hauptsächlich auf eine kleinere Zielgruppe.
Wenn ich Ratschläge für die Antragssteller geben soll, dann möchte ich ihnen Folgendes mit auf den Weg geben: Sie sollten Projekte entwickeln, aus denen alle Bevölkerungsgruppen einen Nutzen ziehen können. Dies könnten meiner Meinung nach besonders kulturelle Aktivitäten sein. In diesem Bereich waren die Antragsteller bisher ein wenig zurückhaltend.

JGH: Was für ein Projekt würde Ihnen vorschweben, wenn Sie selbst einen Antrag stellen würden?

Jens Andresen: Das weiß ich nicht, ich habe keine bevorzugten Themen.

Jens Andresen beendet das Interview mit folgenden Worten: Ich freue mich auf die weitere Arbeit mit INTERREG im Jahre 2009. Ich sehe das Programm als ein Mittel, die gemeinsame Region zu stärken, und freue mich darüber, zu dieser Entwicklung beitragen zu können.

JGH: Vielen Dank für das Interview, Herr Andresen.