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Zum Jahreswechsel 2002/2003 23.12.2002 


Zum Jahreswechsel 2002/2003

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

mit dem Jahr 2002 neigt sich zugleich die Wahlzeit der Kreistage und Gemeindevertretungen in Schleswig-Holstein ihrem Ende entgegen. Wir nehmen diesen Jahreswechsel daher gerne zum Anlass, um allen in Kreis- und Gemeindegremien ehrenamtlich tätigen Männern und Frauen für fünf Jahre engagierter Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit herzlich Dank zu sagen. Die positiven Lebensbedingungen im Kreis Schleswig-Flensburg verdanken wir nicht zuletzt unseren gewählten Abgeordneten, die sich mit persönlichem Engagement und Entscheidungsbereitschaft den vielfältigen Aufgaben in der Kommunalpolitik gestellt und in konstruktivem Zusammenwirken den Kreis und seine Gemeinden gut durch schwierige Jahre gebracht haben.

Hinter uns liegt ein Jahr, in dem sich die Finanzkrise der öffentlichen Haushalte dramatisch verschärft hat. Zehn der elf Kreise in Schleswig-Holstein werden für das Jahr 2003 keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Der Kreis Schleswig-Flensburg steht trotz schmerzhafter Einschnitte bei den Zuschüssen für Gemeinden und Verbände im kommenden Jahr vor einer Etatlücke von 11 Millionen Euro. Die besondere Tragik liegt darin, dass es auch keine Perspektive auf Besserung gibt. Dabei hilft uns nicht weiter, dass die kommunale Ebene diese Lage weder durch Misswirtschaft noch Verschwendungssucht selbst verschuldet hat. Angesichts einer ungehemmt wirkenden Gesetzesmaschinerie auf Landes- und Bundesebene, die den Kommunen ständig neue teure Aufgaben ohne das dazugehörige Geld zuweist, wirkt sich das strukturell fehlerhafte Finanzierungssystem der öffentlichen Hand jetzt folgenschwer zu Lasten der Kreise und Gemeinden aus. Eine Korrektur ist überfällig, damit die vom Grundgesetz garantierte Selbstverwaltung in bewährter Weise ihre Aufgaben erfüllen kann.

Auch die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen unserer Region ist im auslaufenden Jahr recht angespannt gewesen. So waren leider auch viele Insolvenzen zu verzeichnen. Als positives Signal ist jedoch zum Jahresende hin ein kleiner Aufwärtstrend im Kreis zu spüren. Unsere Wirtschaftsförderungsgesellschaft stellt eine Belebung der Nachfrage fest, und es gibt auch wieder Existenzgründungen. Schließlich hat sich unsere Wirtschaftsregion hinsichtlich der Arbeitslosenzahlen deutlich unter dem Landesdurchschnitt gehalten, u. a. wegen eines erfreulichen Beschäftigungszuwachses bei den produzierenden Betrieben.

Trotz der unzulänglichen Finanzausstattung stellte auch unser Kreis Schleswig-Flensburg selbst seinen Willen zu arbeitsschaffenden Investitionen auch im Jahr 2002 wieder auf vielfältige Weise unter Beweis. Dazu gehören z. B. bedeutsame Baumaßnahmen des Kreises für unsere Jugend. Im Juli feierte das neue Jugendaufbauwerk, bisher in Glücksburg beheimatet, in Süderbrarup Richtfest. In guter Zusammenarbeit mit dem Kieler Sozialministerium und der Arbeitsverwaltung hat das Jugendaufbauwerk in seiner Geschichte unzähligen jungen Menschen die Kompetenz vermittelt, die sie brauchen, um sich im Arbeitsmarkt zurechtzufinden. Mit dem bevorstehenden Umzug nach Süderbrarup erhält die Einrichtung in dem neuen Gebäude ideale Voraussetzungen für ein fortschrittliches pädagogisches Konzept.

Im Oktober symbolisierten Richtkronen über dem Erweiterungsbau für das Schulzentrum in Satrup die Verlässlichkeit des Kreises als Schulträger des Bernstorff-Gymnasiums. Gemeinsam mit dem Amt Satrup als Träger der Realschule sichert der Kreis mit einem 4,5 Mio.-Euro-Kraftakt nachhaltig die Zukunft dieses großen Schulstandortes.

Abgeschlossen werden konnte in diesem Jahr auch der Trägerschaftswechsel der Förderschulen vom Kreis auf die Gemeinden. Nach der Übergabe der Hans-Christian-Andersen-Schule an die Stadt Kappeln befinden sich jetzt alle acht Förderschulen in der Obhut der Gemeinden.

Landesweit im Mittelpunkt stand die Stadt Kappeln Anfang Dezember. Die fulminant gefeierte Freigabe der hochmodernen Klappbrücke über die Schlei symbolisierte den Schritt in ein neues Verkehrszeitalter für den Nordosten unseres Kreises. Profitieren von dem Jahrhundertbauwerk werden neben den Kappelner und Schwansener Verkehrsteilnehmern auch die Urlaubsreisenden in der attraktiven Ferienregion und der Wirtschaftsverkehr. Kappeln gewinnt durch die Brücke und ihre wirtschaftliche und touristische Einheit mit der neu gestalteten Hafenuferzone sichtbar an Vitalität und maritimem Flair.

Auch sonst wurde 2002 für die Infrastruktur in zahlreichen Gemeinden des Kreises viel Positives erreicht. Mit der Einweihung repräsentativer Dorfgemeinschaftshäuser, beispielsweise in Brebel, Borgwedel, Grundhof und Klein Bennebek, entstanden neue zentrale Treffpunkte und zugleich zeitgemäße Unterkünfte für die Freiwilligen Feuerwehren unserer Dörfer.

Mit eindrucksvollen 650-Jahr-Feiern begingen mit Harrislee und Ekenis gleich zwei Gemeinden stolze Jubiläen. Diesen gelten unsere herzlichen Glückwünsche ebenso wie den Auszeichnungen für Harrislee und Satrup als umweltfreundliche Gemeinden.

Auch beim Kreis selbst hat der Umweltschutz einen hohen Rang. Mit der im November abgeschlossenen Versiegelung der Abfalldeponie Haferteich in Schleswig nach dem neuesten Stand der Technik hat dort nun eine lange kontroverse Geschichte mit bestmöglicher Gewähr für dauerhafte Sicherheit ihr gutes Ende gefunden.

Aus den völkerverbindenden Ereignissen im Rahmen internationaler Partnerschaften ragte für uns in diesem Jahr das fünfjährige Bestehen der Region Sønderjylland-Schleswig hervor. Diese Kooperation auf der Basis der Europäischen Charta der Grenzregionen hat vor allem durch die Einrichtung gemeinsamer Fachausschüsse neue Impulse für ein positives Miteinander in Wirtschaft, Kultur, Umwelt und Politik zwischen den Partnern beiderseits der Grenze bewirkt.

Unsere Beziehung zum polnischen Kreis Johannisburg erhielt neuen Schwung durch die Besiegelung einer offiziellen Partnerschaft zwischen den Gemeinden Kropp und Arys.

Wir danken allen, die sich im vergangenen Jahr für die Entwicklung des Kreises und seiner Gemeinden engagiert haben und hoffen, dass das kommende Jahr wieder einen wirtschaftlichen Aufschwung und damit auch eine bessere finanzielle Ausstattung der Gebietskörperschaften bringt. Wir wünschen den Menschen im Kreis Schleswig-Flensburg ein gesundes und glückliches Jahr 2003.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Petersen
Kreispräsident
Jörg-Dietrich Kamischke
Landrat