Hilfsnavigation

Amtsgebeit mit Gemeinden

 

Amt Schafflund
Tannenweg 1
24980 Schafflund
Telefon:
04639 700 (Zentrale)

Fax:
04639 70-30

www.amt-schafflund.de
Kontakt

 




Solarenergie wird zum Sorgenkind 15.10.2009 


Gesetzliche Vorgaben bremsen Handewitter Pläne.

So wenig geredet wurde im Handewitter Gemeinderat wohl noch nie. Arm hoch, Arm runter – im Rekord-Tempo waren in noch nicht einmal 30 Minuten die Abstimmungen abgewickelt. Feuerwehr-Bedarfsplan, Schulprogramm der Gemeinschaftsschule, Sanierung der Turnhalle Jarplund oder die Flutlichtanlage für den Sportplatz Jarplund wurden einhellig abgesegnet. Da war der Wunsch von SSW-Mann Kaj Clausen, im Protokoll einen Handlungsauftrag für die Verwaltung zu vermerken, fast schon als spektakulär zu bewerten. Es ging um einen möglichen Aufkauf einer schmalen Schneise im Neubaugebiet „Jarplunder Weg/Waldweg“, damit jeder auch zukünftig das kleine Wäldchen im Rücken der Häuserzeile erreichen kann.
Für Bewegung, und zwar auf der Tagesordnung, sorgte nur der Punkt zwölf. Kurzfristig gelangte die Gewerke-Vergabe für einen Gehweg, der zwischen dem ADS-Kindergarten und dem Alten Kirchenweg in Handewitt gebaut werden soll, zur Abstimmung. Ursprünglich sollte an dieser Stelle etwas ganz anderes beraten und beschlossen werden: „Errichtung von großflächigen Photovoltaik-Anlagen“. Dieses Thema musste jedoch abgesetzt werden.
Auf der Welle der Solarenergie, die durch Änderungen im Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) und der Suche nach neuen Einnahmequellen in der Landwirtschaft ausgelöst wurde, wollte man auch in der Wiesharde mitreiten. Mehrere Anträge von Landbesitzern liegen vor. Doch die Mühlen der Gesetzgeber mahlen offensichtlich langsam. Das musste der Planungs- und Umweltausschuss, der am Tag vor dem Gemeinderat zusammensaß, erkennen, als Ingenieur Dieter Hosse (IGN) über die Voraussetzungen der mehrere Hektar umfassenden Solarparks referierte.
Ohne B-Plan gehe es definitiv nicht, betonte der Fachmann. Zum Zeitpunkt des Aufstellungsbeschlusses müsse das betreffende Gebiet mindestens seit drei Jahren Ackerfläche gewesen sein. Die Lage am Ortsrand, gewisse Abstände zu Wald und anderen Biotopen seien ebenfalls Bedingungen.
Die Gemeinde Handewitt hatte in einer schnellen Vorprüfung die vier vorliegenden Anträge abgeklopft: „Negative Merkmale“ haben sie alle. „Manchmal sind nicht die Flächen geeignet, die die Antragsteller gerne hätten“, plauderte Dieter Hosse aus seinem Erfahrungsschatz.
„Alle Punkte sind schlüssig und nachvollziehbar“, meinte Bürgermeister Dr. Arthur Christiansen. „In der Summe ist das aber eine Erneuerbare-Energie-Verhinderungs-Politik.“ Auch Ausschussvorsitzender Wolfgang Hennig war bedient: „Das hat uns viel Schwung genommen.“ Die Kommune möchte nun – wenn die Kosten bei einer Gesamtfläche von 78 Quadratkilometern nicht zu hoch ausfallen – das gesamte Gemeindegebiet von einem Planungsbüro auf geeignete Areale abklopfen lassen. Darauf sollen dann F- und B-Plan aufbauen. Eine kurzfristige Umsetzung scheint ausgeschlossen. „Das war es dann wohl mit Photovoltaik“, verließ ein Interessent den Sitzungssaal.
15.10.2009 
Quelle: Flensburger Tageblatt