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Ellunder löschen auch dänische Feuer 11.11.2010 


Vertrag über grenzüberschreitende Kooperation zwischen den Wehren in Ellund und Fröslee unterzeichnet / Funkgeräte ausgetauscht.

Ab sofort rücken die beiden Feuerwehren Ellund und Fröslee gemeinsam zu Einsätzen aus. Ziemlich genau ein Jahr nach einer Partnerschaftserklärung unterschrieben die beiden betroffenen Kommunen im Ellunder Gerätehaus den Kooperationsvertrag. Damit wurde eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit erstmals im deutsch-dänischen Grenzgebiet institutionalisiert. „Wir müssen die besten Voraussetzungen schaffen, damit wir den Menschen im Ernstfall schnell helfen können“, sagte Tove Larsen, Bürgermeisterin der Kommune Apenrade. Ihr Handewitter Kollege, Dr. Arthur Christansen, ergänzte: „Die Zusammenarbeit ist die Konsequenz aus dem Öffnen der Grenze und dem zunehmenden Verkehr.“
In Dänemark muss jeder Feuerwehrmann auch die aufwendige Ausbildung zum Atemschutzträger absolvieren. Deshalb hat Oluf Feddersen-Jessen, Wehrführer in Fröslee, stets viel Überzeugungsarbeit zu leisten, um ausreichend Menschen für den Brandschutz zu begeistern. Trotz 4500 Einwohnern im Zuständigkeitsbereich zählt seine Löscheinheit nur 17 Aktive. Davon sind nur neun auch tagsüber greifbar. Bei Bränden oder Unfällen auf der Straße eigentlich zu wenig. „Jetzt kriegen wir zu jeder Tageszeit mindestens 20 Leute zusammen“, erklärte der Ellunder Wehrführer Richard Andersen. Trotz 52 Aktiver schmilzt die Verfügbarkeit auch bei seiner Truppe manchmal auf nur etwas mehr als zehn Einsatzkräfte.
In Ellund und Fröslee war man sich bald einig, dass sich dieser Missstand mit einem „historischen Brückenschlag“ über die Grenze hinweg bestens beheben lassen würde. Um den Willen zur Kooperation zu unterstreichen, unterschrieben beide Wehren, die seit den 80er Jahren ab und an gemeinsame Übungen absolviert hatten, im November 2009 eine Partnerschaftserklärung. Ein symbolischer Akt, denn noch mussten einige rechtliche Fragen geklärt werden.
Das Innenministerium und die Feuerwehr-Unfallkasse hatten anfangs Bedenken, da der Versicherungsschutz der Ellunder Wehrleute beim Grenzübertritt nicht geklärt war. Auf dänischer Seite war das kein Problem. „Die Kommune zahlt unsere Versicherung – auch wenn wir für sie nach Deutschland fahren sollen“, erklärte Feddersen-Jessen. Dennoch war das dänische Verteidigungsministerium involviert, um eine internationale Katastrophenschutz-Regelung auf den Brandschutz auszudehnen.Parallel zu den bürokratischen Prozessen haben sich beide Wehren ausgetauscht. Ein Ellunder Funkgerät ging nach Fröslee, beide Organisationen verfügen nun über dänische und deutsche Hydrantenschlüssel. Im nächsten Jahr werden die Übungsabende terminlich angeglichen und häufig gemeinsam abgehalten. Und für eine noch bessere Verständigung hat sich ein Kamerad aus Fröslee bereiterklärt, Dänisch-Unterricht zu geben. Nur fünf Ellunder Feuerwehrleute sprechen Dänisch.
11.11.2010 
Quelle: Flensburger Tageblatt